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Das ist die Internet Seite 

der Marienthaler Mopedfreunde

Nachdem sie 2014 online gegangen ist und zunächst der Vorbereitung unserer großen Fünf-Länder-Tour "Fifts-Five" diente, war sie im Jahr 2015 quasi das Tagebuch der Tour 50.5 mit Tagesberichten, Fotos und später auch Videos. Im Juli 2016 wurde die Seite überarbeitet und präsentiert sich aufgefrischt. Sie enthält weiterhin die wichtigen Informationen über durchgeführte Touren, Tourenvorschläge und geplante Touren mit 50 ccm sowie Informationen zu einzelnen Mopedmodellen. Hier treffen sich künftig Freunde von 50 ccm Oldimer-Mopeds

Hier gibt es von Zeit zu Zeit natürlich auch Neuigkeiten aus der Szene. Außerdem kann man sich zum Newsletter anmelden.

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Sauerland-Tour


Auf der Spur der Sauerländer Krüstchen

Geimpfte und Genesene mit getesteten Mopeds auf dem Trip in Richtung Norden

Die jüngste Tour führte die Marienthaler Mopedfreunde ins Sauerland. Aber bis sie dem Geheimnis der Sauerländer Krüstchen auf die Spur kamen sollten noch einige Schwierigkeiten vor ihnen liegen. Freitagsmorgens um neun Uhr startete die Yamaha-Fraktion. Verstärkt durch eine Mash Fifty ging es zu fünft bei Nieselregen los. Die Route führte zunächst durch den Rheingau über Kiedrich, Hausen und Fischbach in Richtung Bad Schwalbach und später über Runkel und den Westerwald ins Sauerland. Ziel war der Ort Selbecke, der zu Kirchhundem gehört. Dort, in dem 166-Seelenort, war die Unterkunft gebucht. Das gemütliche Dorf im südlichen Sauerland liegt inmitten des Rothaargebirges und ist ein idealer Ausgangspunkt für Touren durch das Sauerland. Selbecke liegt in einem weiten Talkessel am Unterlauf des gleichnamigen Flusses Selbecke. Die Landschaft ist in der Talsohle und den unteren Bereichen der Hänge durch Wiesen und Viehweiden bestimmt. Im oberen Bereich sind die Berghänge überwiegend mit Fichtenhochwald bewachsen. Im Ortsgebiet von Selbecke ergänzen zwei Siepen das Wasser der Selbecke zum wichtigsten rechtsseitigen Zufluss der Hundem. Der Ortsname Selbecke (plattdeutsch: Sielwecke) ist ursprünglich ein Gewässername.

Doch bis zur Ankunft galt es einige Schwierigkeiten zu überwinden. Das begann bereits kurz vor Katzenellenbogen, als die Straße schon langsam abtrocknete. Plötzlich verlor das Hinterrad von Philippe die Luft. Zwar war eine Luftpumpe und Reparaturspray zur Hand, doch nach dem Einfüllen quoll das Material rund um den Mantel herum aus der Felge. Und Philippe, der eine kurze Testrunde dreht, meinte plötzlich seine Kupplung sei defekt. Doch sie funktionierte. Allerdings drehte sich nur die Felge und der Reifen blieb stehen – Ventilabriss. Also musste erst ein neuer Schlauch besorgt werden. Zwar hatte man eine ganze Reihe von Ersatzteilen und Reparaturmaterial an Bord, aber einen 17 x 3.0 Schlauch war nicht dabei.

Mit den Handy wurde im Internet nach Motorradhändlern in der Nähe gesucht und man handelte sich bei der Anfrage gut zehn Absagen ein. Die Größe hatte niemand oder bot erst gar keine Schläuche mehr an. Aus Taunusstein kam dann eine positive Nachricht aus dem Telefon. Einen Schlauch dieser Größenordnung gab es noch. Mit dem Begleitfahrzeug wurde das bereits ausgebaute Hinterrad von Marina in die Werkstatt gefahren. Philippe fuhr zur Begleitung mit, um notfalls selbst die Montage vornehmen zu können. Doch auch das wurde in der Werkstatt erledigt. Mittlerweile hatte man dem Begleitfahrzeug auch den Standort der Mopeds geschickt, damit die beiden wieder schnell die Stelle am Waldrand wiedergefunden, wo die Panne erfolgte.

In der Zwischenzeit erwischte die wartenden Kollegen an den Mopeds aber auch ein neuer Regenschauer. Derweil thronte die DT 50 von Philippe einsam ohne Hinterrad auf eine Holzstapel, der die Hebebühne ersetzte. Aber nach gut zwei Stunden war das reparierte Rad wieder eingebaut, auch wenn man sich erst einmal mühsam auf die Suche nach den Distanzhüllen der Achse begeben musste, die in den Holzstapel gerutscht waren. Gestärkt mit einem kleinen Frühstück ging es weiter, allerdings ohne die geplante Pause in Runkel, um mit den nicht ganz so schnellen Maschinen wieder etwas Zeit gut zu machen auf der 180 Kilometer langen Strecke.

In Hellenhahn-Schellenberg hielt man nochmals für eine kleine Pause und zog bei der Gelegenheit nochmal die eine oder andere Schraube nach, bevor man sich in Richtung Burbach aufmachte und einen Tankstopp einlegte. Auf dem Weg dorthin kam man sogar durch Salzburg (Westerwald).

25 Kilometer vorm Ziel erwischte es Michael mit seiner DT 50 M, der zu Fall kam. Dies hielt die Gruppe abermals mächtig auf. Dankenswerterweise wurde die Maschine nach dem Unfall von einem herbeigeilten Helfer ans Ziel transportiert und wie alle anderen in einer Garage untergestellt. Das Richten der Beschädigungen wurde aber auf den nächsten Tag verschoben, weil es schon recht spät und der Tisch fürs Abendessen im Hotel reserviert war.

Bei dieser Gelegenheit wurde auch das Geheimnis der Krüstchen gelüftet, die Sascha unbedingt bestellen wollte. Dahinter verbirgt sich kein Krustenbraten, wie zunächst vermutet, sondern ein Gericht, das man in dieser oder ähnlicher Form fasst auf jeder Speisekarte im Sauerland findet: Ein Krüstchen (umgangssprachlich für Brotkante) ist im Rheinland, Sauerland sowie im Bergischen Land und im Siegerland der regionale Ausdruck für ein Gericht, das in der Regel aus einem mit einem Spiegelei überbackenen Schnitzel auf einer Scheibe Roggenbrot oder Toastbrot besteht, meist zusammen mit Kartoffelsalat, Pommes frites oder Röstkartoffeln.

Am nächsten Morgen galt es nach dem reichhaltigen Frühstück erst einmal die Mopeds wieder in Ordnung zu bringen und die Schäden soweit wie möglich zu richten. Das Wetter war besser als erwartet, so dass es anschließend auf Erkundungstour durch das Sauerland gehen konnte.

Das Sauerland gehört als Mittelgebirgsregion nach Westfalen, aber je nach Definition auch zum Teil nach Hessen. Es umfasst den nordöstlichen Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Die höchsten Erhebungen liegen im Rothaargebirge. Und das erhebt sich direkt bei Selbecke. Deshalb ging es über Serpentinen hinauf zum Panoramablick. Die im Verhältnis zum Landesdurchschnitt dünn besiedelte Region hat viele Waldgebiete, die sichtlich unter der Trockenheit der letzten Jahre gelitten haben. Ganz Hügelkuppen wurden gefällt.

Über kurvige Strecken rollten die Mopedfreunde Winterberg entgegen, das aber auch im Sommer zahlreiche Gäste lockt. Rund um die Bobbahn ist dort ein Biker-Paradies entstanden mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Die Sessellifte bringen die Radler mit ihren Mountainbikes direkt auf den Gipfel (Kappe 14). Von dort stürzen sie sich wieder in die Tiefe. - Ein echter Härtetest für Mensch und Material.

Wanderer können das Panorama über weit in die Landschaft hineinragende Brücken genießen. Am Bobhaus, rund 750 Meter hoch, spürte man auch bei der angesagten Pause, dass die Preise locker mit den Höhenmetern mithalten. Auch im Hinblick auf andere gastronomische Angebote wurde von Einheimischen bedauert, dass nach dem Corona-Lockdown nun die Preise erheblich angehoben worden seien. Vielleicht hat den Euro ja auch eine Virusvariante erwischt.

Weiter auf der Route lagen Schmallenberg und Bad Berleburg. Da man die rund 90 Kilometer lange Rundfahrt recht flott hinter sich gebracht hatte, bog man am Ende nochmals in Richtung Panoramablick ab und schraubte sich die Serpentinen erneut in die Höhe, um in der „Hahnenkapelle“ am Rhein-Weser-Turm eine Kaffeepause einzulegen. Hier oben ist übrigens die Wasserscheide. Von hier fließen die Niederschläge je nach Lage entweder in Richtung Rhein oder Weser.

Anschließend rollte man gemütlich wieder bergab und brachte die Mopeds in die Garage, wobei Christopher den Verlust einer Ratsche aus der Satteltasche zu beklagen hatte. Deren Seitenwand war nämlich unbemerkt aufgerissen. Keine Chance zurück zu fahren und sie zu suchen! Sie konnte überall auf den letzten Kilometern im Straßengraben gelandet sein. Mit einem Bierchen im Garten und netten Gesprächen ließ die Gruppe dank der netten Gastgeber die Tagestour gemütlich ausklingen und konnte so die Zeit bis zum Abendessen gut überbrücken.

Am Sonntag galt es wieder die Heimreise anzutreten. Die Route verlief über 190 Kilometer, wobei der größte Teil wenigstens noch trocken absolviert werden konnte. Über kleine Straßen ging es durch die Wälder bis nach Wilnsberg zum notwendigen Tankstopp. Hier standen die Menschen wegen eines Flohmarkts Schlange. Überhaupt scheint shoppen am Sonntag dank der touristischen Orte wie Winterberg und Willingen ein beliebter Zeitvertreib zu sein.

Die Gruppe kam flott voran. Am Ende schaffte man ohne große Pannen und Stopps die Strecke in gut fünf Stunden – auch dank der Bergabpassagen. Aber ganz ohne Überraschungen konnte auch dieser Tag nicht beschlossen werden. Kurz vor Adolfseck verlor Sache plötzlich den Kickstarterhebel. Der fand sich aber sofort und ist bei der Mash ohnehin nicht unbedingt nötig, da es an dem modernen Moped sogar einen Elektrostarter gibt.

War man bis Bad Schwalbach noch optimistisch, den Tag trocken herumzukriegen, wurden die Mopedfreunde in Höhe Martinsthal eines Besseren belehrt. Hier prasselte ein starker Schauer auf sie herein und der hielt bis kurz vor Marienthal an. Diese letzte Viertelstunde genügte, um jeden die negativen Seiten des Regens spüren zu lassen.

Aber in Marienthal angekommen lugte plötzlich wieder die Sonne heraus und bei Philippe wurde unter der Pergola noch einmal auf die Fahrt angestoßen, die auch Sauerland-Neulinge von der Qualität dieses Landstrichs überzeugt hat.

 

 

Nahe-Tour


Wenn das Gute liegt so nahe

 

Fünf Mopedfreunde auf Tour zwischen Nahe und Glan

Die erste Tagestour 2021 stand am 3. Juli an. Insgesamt fünf Marienthaler Mopedbube haben sich dazu zusammengefunden – und wie der Zufall spielt, alle auf 50er Mopeds von Yamaha.

Nach dem Start an der Brömserburg in Rüdesheim ging es mit der Fähre auf die andere Rheinseite. Erstes Etappenziel war die Eremitage in Bretzenheim, nur gut 20 Kilometer entfernt.

Die Felseneremitage liegt zwischen Bretzenheim und Guldental, fünf Kilometer nördlich von Bad Kreuznach. Sie gilt als einziges Felsenkloster nördlich der Alpen. Bereits in vorgeschichtlicher Zeit wurde sie vermutlich als heidnische Kultstätte in den Fels gehauen und in römischer Zeit bis zum 5. Jahrhundert als Mithräum genutzt. In frühchristlicher Zeit erfuhr sie seit dem siebten Jahrhundert eine Umwidmung. Urkundlich wird sie erstmals im Jahre 1043 in Form eines in dieser Zeit geweihten Altars erwähnt. Die später dort errichtete Kirche fiel im Jahre 1567 einem Erdrutsch zum Opfer und auch heute ist das Gelände wegen Felsrutsch gefährdet und kann nur eingeschränkt betreten werden. Die noch heute existierende Felsenwohnung ist gut 90 Quadratmeter groß und diente zeitweise als Konvent einer Klosteranlage. Im Jahre 1827, im Alter von 82 Jahren, starb der letzte dort lebende Eremit. 

Staudernheim, Teil der Verbandsgemeinde Nahe-Glan, war das nächste Ziel. Im Schatten eines Baumes vor der evangelischen Kirche wurde Brotzeit gemacht. Der 1.500 Einwohner große Ort hat neben der evangelischen auch noch eine katholische Kirche.

Staudernheim ist zudem ein staatlich anerkannter Erholungsort an der Nahe. Die Staudernheimer Gemarkung war aufgrund ihrer günstigen Voraussetzungen wie fruchtbare Böden, mildes Klima und einer guten Verkehrslage schon in vorchristlicher und römischer Zeit besiedelt.

Frisch gestärkt lenkte man anschließend die Mopeds in Richtung Meisenheim. Die Stadt liegt im Tal des Flusses Glan am nördlichen Rand des Nordpfälzer Berglandes. Erste Siedlungsspuren in der Gegend von Meisenheim gibt es aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. (Tongefäße-Scherben); aus dem ersten Jahrhundert v. Chr. stammt ein Münzfund. Direkt an der Kreuzung von der Untergasse zur Rathausgasse stößt man auf eines der bedeutendsten Bauwerke in der Meisenheimer Altstadt: das spätgotische Rathaus. Die Altstadt der charmanten Kleinstadt hat sich ihren historischen Charme mit vielen denkmalgeschützten Gebäuden bewahrt. Sehenswert ist auch die Schlosskirche. Die gut erhaltene, als Ensemble unter Denkmalschutz stehende Altstadt von Meisenheim besticht durch ihr mittelalterliches Bild von hohem kulturhistorischem Wert. Das Städtchen, das seit 1315 die Stadtrechte besitzt, wurde glücklicherweise von Kriegen und größeren Katastrophen verschont. Bei einem Rundgang kann man romantische Gässchen und Winkel entdecken, alte Fachwerkhäuser und prächtige Adelshöfe, die von der Zeit der Grafen von Veldenz, der Herzöge von Pfalz-Zweibrücken oder der Landgrafen von Hessen-Homburg zeugen. Das verspricht Fotomotive ohne Ende. Aber auch gastronomisch hat der Ort einiges zu bieten. Die Marienthaler verschlug es erneut ins Brauhaus, das man bereits auf der Heimfahrt von der Vogesen-Tour besuchte.

Über kurvige Seitenstraßen und durch kleine Dörfer lotste das Navi die Gruppe schließlich nach Ingelheim, wo man mit der Fähre übersetzte und schließlich zu Hause angekommen die Tour bei einem Gläschen Imperial Starkbier Revue passieren ließ.

 

 

 

 

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